Eigenschaften des Dienens

Dienen kann auf zwei verschiedene Weisen verstanden werden: Entweder als abhängige Pflichterfüllung oder als aktive Unterstützung und Mitgefühl für andere und unsere Umwelt. Während ersteres mit Unterordnung und Zwang verknüpft ist, besteht der Kern der zweiten Interpretation darin, sich selbst zurückzunehmen und zum Wohl anderer beizutragen.  Dieses Verständnis des Dienens ist also mehr als nur das Erfüllen von Aufgaben; es ist eine Form des Gebens ohne Gegenleistung.  Auch Lob oder Anerkennung werden von einer Person, die dient um des Dienens willens, nicht erwartet. Der Lohn des Dienens ist vielmehr, dass es sinnstiftend für unser Leben ist. Es ist auch ein Gegenentwurf zu Egoismus und Individualismus.

Was aber hat das Dienen mit Achtsamkeit zu tun? Die Eigenschaften der Haltung der Achtsamkeit sind Bewusstheit, Absichtslosigkeit, Gegenwärtigkeit, Offenheit, Akzeptanz und Verbundenheit. Sie finden sich meiner Ansicht nach auch im Dienen:

Bewusstheit und Offenheit sind die Voraussetzungen, um überhaupt zu erkennen, welche Aufgaben darauf warten, dass sich jemand findet, der sich ihrer annimmt. 

Absichtslosigkeit ist auch Teil des Dienens und bedeutet eine Aufgabe um ihrer selbst willen zu erledigen, auch wenn der Anstoß dafür im Vorfeld oft mit Empathie und dem Wunsch, Gutes zu tun, verbunden ist. Aber sobald der Entschluss gefasst ist, diese Aufgabe in einer dienenden Haltung zu übernehmen, ist keine weitere Absicht notwendig.

Gegenwärtigkeit ist ebenfalls beim Dienen gefordert: bei einer Sache zu bleiben und sie jetzt und hier zu erledigen.

Akzeptanz beim Dienen bedeutet die Umstände und auch die Mühen, die mit der Erledigung der Aufgabe verbunden sind, anzunehmen.

Dienen führt sicher auch zu einer Verbundenheit mit anderen Menschen und unserer Umwelt.

Achtsamkeit und Dienen sind sich somit ähnlich in ihren Eigenschaften.

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